Selektive Nachwehen

5.7.2026

In der Zeitschrift Sezession soll, gemäss Recherchen der AZ, ein einstiger Neonazi Artikel geschrieben haben.

Geht man davon aus, dass einem seine Vergangenheit nie verziehen wird, hätte konsequenterweise auch Joschka Fischer nie Aussenminister und Vizekanzler der BRD werden dürfen. Fischer war in der 1970er Jahren Kopf einer militanten, linksextremen Gruppierung und beteiligte sich an gewaltsamen Strassenschlachten.

Dasselbe gilt für das Gründungsmitglied der »Grünen«, Hans-Christian Ströbele, der wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung in den 80er Jahren zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt wurde.

Ebenso der spätere »Grünen«-Kommunalpolitiker Reinhard Bauhaus. Er war zuvor Mitglied der terroristischen Vereinigung 2. Juni.

Und auch Lothar Bisky. Das einstige SED-Mitglied (Sozialistische Einheitspartei der DDR), trat nach der Wende der Partei »Die Linke« bei und war sodann Mitglied des Europäischen Parlaments.


Veröffentlicht am 05.07.2026 19:14 Uhr.

Irrenhaus

29.6.2026

Giuseppe Gracia, Herausgeber des Schweizer Monat, schreibt heute in seinem Newsletter: »Eine geistig wache Gesellschaft braucht aber das freie Denken, ohne Angst vor linken oder rechten Fettnäpfchen. Sonst könnte wahr werden, was Friedrich Dürrenmatt seinen Möbius in den Physikern sagen lässt: ›Nur im Irrenhaus sind wir noch frei. Nur im Irrenhaus dürfen wir noch denken. In der Freiheit sind unsere Gedanken Sprengstoff.‹«

Ist Möbius`Aussage nicht bereits schon wahr geworden?


Veröffentlicht am 29.06.2026 16:14 Uhr.

Demokratie

25.6.2026

Die mutige Kritikerin des Nationalsozialismus, Ricarda Huch, schrieb 1931 (angesichts der Wirren der Weimarer Republik):

»Ich kann, wenn ich ehrlich sein will, nichts durchweg Erfreuliches sagen. Ich kann auch nichts Einfaches sagen, da die Situation zu kompliziert ist. Ich bin nicht marxistisch, ich bin nicht kapitalistisch, ich bin nicht nationalsozialistisch, aber ich bin auch nicht schlichtweg demokratisch im heutigen Sinn.«

Das führt zur grundsätzlichen Frage nach dem Wesen der Demokratie. Festgestellt werden kann zunächst, dass es problematisch ist, wenn weniger als die Hälfte der Bevölkerung an Wahlen und Abstimmungen teilnimmt. Ebenfalls problematisch ist es, wenn Medien und einflussreiche Organisationen wie etwa die Grosskonzerne, den Ausgang von Wahlen und Abstimmungen massgeblich beeinflussen oder gar entscheiden können. – Über diese Dinge müsste zumindest nachgedacht werden dürfen. Oder ist diese Haltung bereits (gesichert) rechtsextrem?


Veröffentlicht am 25.06.2026 7:29 Uhr.

Seltsame Welt II

23.6.2026

Am Wochenende ein interessanter Vortrag des Wiener Neurowissenschaftlers und Psychiaters Dr. Raphael Bonelli. Darin die bereits in der Antike und später von Thomas von Aquin wieder aufgenommene Frage, wie man mit dem umgeht, was die Welt einem bietet.

An erster Stelle steht die Wahrnehmung der Umstände. Es folgt die Auseinandersetzung damit durch die Überlegung, die in ein Urteil mündet. Am Ende dieses Vorgangs steht dann der Beschluss.  

Heute, so Bonelli, werde dieser Ablauf oft umgekehrt. An erster Stelle stehe das Urteil (gemäss der eigenen Ideologie) worauf es zur Wahrnehmung und Überlegung komme, oder mit anderen Worten, zur selektiven Suche nach Bestätigungen für das bereits gefasste Urteil.

Das Pferd wird auf fatale Weise von hinten aufgezäumt. Das ist auch der Grund dafür, warum ich nicht mit der Schaffhauser AZ gesprochen habe. – Zu Recht, wie sich herausgestellt hat.


Veröffentlicht am 23.06.2026 10:21 Uhr.

Enteignung

18.6.2026

Heute Grossauflage der Schaffhauser AZ mit einer Besprechung eines Regionalkrimis. Die Wohnungsnot soll darin unter anderem ein Thema sein. Dann der Schlusssatz mit dem Hinweis, dass im nächsten Krimi das Engadin zum Schauplatz werde und der Bemerkung: »Ob es dort um die Enteignung von Villen russischer Oligarchen geht? Es wäre zu hoffen.«

Soviel zum Rechtsverständnis der AZ. Was nicht ins eigene Weltbild passt, muss entfernt oder eben enteignet werden.

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Dazu passt auch die Aussage auf dem beiliegenden Werbeflyer. Wörtlich heisst es: »Volker Mohr, Schriftsteller publizierte früher in der AZ, heute im rechtsextremen Antaios-Verlag.«

Kein Wort davon, dass der »Der Verlust des Ortes« (eine Schrift über Architektur) als einziges Buch von mir vor 15 Jahren bei Antaios herauskam, und dass der Verlag damals nicht als rechtsextrem eingestuft wurde.


Veröffentlicht am 18.06.2026 9:13 Uhr.

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