Denunzianten

9.4.2026

Da es in Deutschland vor und während des Zweiten Weltkrieges unzählige Mitläufer gegeben hat, die bereit waren, andere zu denunzieren und man dieses Phänomen später auch in der DDR wieder fand, ist zu vermuten, dass jede Gesellschaft einen relativ hohen Anteil an potenziellen Denunzianten hat. So auch die demokratische Gesellschaft. Hier wie dort fällt dieser Typus natürlich nicht auf, da er immer für das vermeintlich Gute und Wahre einsteht.


Veröffentlicht am 09.04.2026 10:18 Uhr.

Wölfe

8.4.2026

Die schlimmsten Wölfe sind die, die Blut geleckt und gleichzeitig Kreide gefressen haben.


Veröffentlicht am 08.04.2026 7:57 Uhr.

Falsche Grössen

6.4.2026

Bei manchem, den die offizielle Welt als weise bezeichnet, ist man eher an eine geistige Waise erinnert.

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Wenn man, wie jetzt Herbert Grönemeyer, mit einem Nationalpreis ausgezeichnet wird, müsste man sich im Grunde genommen fragen, was man falsch gemacht hat.


Veröffentlicht am 06.04.2026 8:17 Uhr.

Gedankengänge

4.4.2026

Wer nichts zu sagen hat, flüchtet sich ins Gerede.

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Manche erhöhen sich, indem sie andere niederdrücken.

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Manchmal beschleicht einen das Gefühl, dass jene, die sich als Aufdecker feiern lassen, damit nur von ihren eigenen Abgründen ablenken wollen.

 

Veröffentlicht am 04.04.2026 7:50 Uhr.

Mut

3.4.2026

Der allseits geschätzte deutsche Autor Rüdiger Safranski kritisierte in einem Interview mit der NZZ die Brandmauer zur AfD und bezeichnete sie als neue Berliner Mauer. Der Unterschied bestehe lediglich darin, dass sie vom Westen her errichtet worden sei.

Das sind starke Worte, wenn man bedenkt, dass die Berliner Mauer Welten voneinander trennte und Soldanten auf jeden vermeintlichen Republikflüchtling schossen, sobald er den Todesstreifen betrat.

Safranski kann sich so unverblümt äussern, weil er das Pensionsalter längst erreicht hat. Es wird sich allerdings zeigen, ob er weiterhin bei Hanser wird publizieren können. Seine Kollegin Monika Maron jedenfalls wurde bei Fischer wegen weit harmloserer Äusserungen »hinausgeworfen«.

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Mutig wird man nicht, mutig ist man. Es ist verdächtig, wenn der Mut aus dem Unmut hervorgeht.


Veröffentlicht am 03.04.2026 8:37 Uhr.

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