Mut

3.4.2026

Der allseits geschätzte deutsche Autor Rüdiger Safranski kritisierte in einem Interview mit der NZZ die Brandmauer zur AfD und bezeichnete sie als neue Berliner Mauer. Der Unterschied bestehe lediglich darin, dass sie vom Westen her errichtet worden sei.

Das sind starke Worte, wenn man bedenkt, dass die Berliner Mauer Welten voneinander trennte und Soldanten auf jeden vermeintlichen Republikflüchtling schossen, sobald er den Todesstreifen betrat.

Safranski kann sich so unverblümt äussern, weil er das Pensionsalter längst erreicht hat. Es wird sich allerdings zeigen, ob er weiterhin bei Hanser wird publizieren können. Seine Kollegin Monika Maron jedenfalls wurde bei Fischer wegen weit harmloserer Äusserungen »hinausgeworfen«.

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Mutig wird man nicht, mutig ist man. Es ist verdächtig, wenn der Mut aus dem Unmut hervorgeht.


Veröffentlicht am 03.04.2026 8:37 Uhr.